St. Egid Klagenfurt

Website der Stadthauptpfarre St. Egid in Klagenfurt

Der heilige Egydius

Der heilige Egydius (auch: Ägidius) lebte an der Wende vom 7. zum 8. Jahrhundert als Einsiedler in der Provence. Der Legende nach hat er sich nur von der Milch einer Hirschkuh ernährt. Diese Hirschkuh soll er vor dem Tod gerettet haben, indem er sich schützend vor das Tier stellte, als es vom Jagdgefolge des Westgotenkönigs Wamba erlegt werden sollte. Der auf diese Weise versehentlich verwundete Gottesmann wurde daraufhin von König Wamba bei der Errichtung seiner Klostergründung St. Gilles (bei Nimes) unterstützt. Als erster Abt von St. Gilles ist Egydius historisch bezeugt. Das Kloster wurde nach seinem Tod im Jahre 720 bald zu einem wichtigen Wallfahrtsort und einem viel besuchten Zwischenziel auf dem Jakobsweg nach Santiago di Compostella. Als St. Gilles während der Hugenottenkriege im späten 16. Jahrhundert zerstört wurde, wurden die Gebeine des Heiligen nach St. Sernin in Toulouse übertragen, wo sie auch heute noch in der zweitgrößten Reliquiensammlung der Welt aufbewahrt werden.

Der heilige Egydius ist Schutzpatron der Bogenschützen, der Pferdehändler, Schiffbrüchigen und der stillenden Mütter. Seit dem 15. Jahrhundert erscheint er als einer der vierzehn Nothelfer. Als solcher wird er gegen Aussatz und Epilepsie, Unfruchtbarkeit, Feuer, Sturm und Viehschaden angerufen und ist neben dem heiligen Leonhard einer der beliebtesten Heiligen im Mittelalter und der frühen Neuzeit. Darüber hinaus gilt er als Schutzpatron für eine gute Beichte, soll er doch einmal für Karl den Großen Fürbitte eingelegt haben, als dieser eine Sünde bei der Beichte zu nennen unterließ. Die Städte Toulouse, Edinburgh, Nürnberg und Braunschweig stehen unter seiner Patronanz. In Kärnten sind neben der Stadthauptpfarrkirche in Klagenfurt die Pfarrkirchen von Döbriach, Kühnsdorf, St. Egyden an der Drau, Schiefling im Lavanttal, Tigring und Zweinitz sowie neun kleinere Filialkirchen dem Heiligen Egydius geweiht. Sein Gedenktag wird von der Kirche am 1. September begangen.

Der heilige EgydiusMittelbild Nothelfer-AltarZum Vergrössern auf die Bilder klicken!

Die Ikonographie zeigt Egydius als Einsiedler bzw. als Benediktiner-Mönch. Sein Attribut ist die Hirschkuh. In der Stadthauptpfarrkirche St. Egid Klagenfurt ist Egydius zweimal dargestellt. Das Hochaltarbild von Anton Cusetti aus 1784 zeigt den Einsiedler bei der Armenfürsorge; bemerkenswert ist die Geste, die sein Tun zugleich interpretiert – mit einer Hand reicht er den Bedürftigen Brot, mit der anderen weist er zum Himmel. Außerdem ist er auf dem Altarbild des Nothelfer-Altars an der Südseite der Kirche mit der Mitra als Abt seines Klosters zu sehen. Beide Male wird er von der Hirschkuh flankiert.